Hätte, wäre, wenn - Die Zeitreise zu sich selbst


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Liebe Leser,

wer sagt nicht gerne mal: "Hätte ich nur diese Ausbildung gemacht, wäre es jetzt leichter." Man wäre reich, wenn man Investition XY getätigt hätte. Dann kommt wieder ein Schlauer und sagt es gebe kein Richtig oder Falsch, es gebe nur Entscheidungen. Wem nützt es, wenn er sein damaliges Ich mit dem heutigen Wissen für dumm hält und sich über verpasste Chancen ärgert? Doch ich denke, es ist ein Trost: Man hat das Beste getan, was man zu dem Zeitpunkt konnte und schließt Frieden damit, nicht einfach einen Zehner in Bitcoin investiert zu haben, als man dafür noch 10 Bitcoins bekam. Aber mal weg vom schnöden Mammon und von Investitionen.

Was wäre, wenn Du in die Vergangenheit reisen könntest und Dich selbst darüber aufzuklären, den falschen Freund nicht in Dein Leben zu lassen oder den Ehepartner, der Dich ins Unglück gestürzt hat, nach dem ersten Rendevouz gleich freundlich für immer zu verabschieden? Ich meine hier nicht kleine Enttäuschungen und dass jeder seinen Teil zu zwischenmenschlichen Interaktionen beträgt. Aber der Freund, der einen verrät, oder die Ehefrau die den Mann übelst ausnimmt, der Mann der seine Gattin misshandelt.... Die wirklich harten Dinge - sollte man sie korrigieren, wenn es möglich wäre? Würde das Vergangenheits-Ich dem Zukunfts-Ich Glauben schenken. Wäre die Begeisterung für eine Freundschaft bei einem Einsamen nicht größer, die Faszination für den Partner in spe nicht stärker oder die Aussicht auf einen lukrativen Job für den, der schon lange sucht, nicht dringlicher, als jemanden zu glauben, der behauptet aus der Zukunft zu sein?

Filme sagen uns immer wieder, wie gefährlich es ist die Zeitlinie zu verändern. Der Film "Butterfly Effect" ist ein erschreckendes Beispiel wie die Alternativen aussehen könnten. Alleine schon, wenn wenn man einen Kontakt nicht knüpft und es keine weiteren Treffen gibt, dann wäre man statt dessen wo anders. Man hätte Einfluss auf andere Menschen, könnte verletzt werden etc., weil man eben beispielsweise nicht im Kino, sondern in einem Zug sitzt der havariert.

Aber lassen wir mal alle Zeitreiseregeln und Bedenken beiseite und nehmen an, dass sich alles fügen würde. Du würdest Deinem Zukunfts-Ich vertrauen, weil Du Dir vertraust und seinem Rat Folge leisten. Nun hast du also gewisse Weichen anders gestellt und bestimmte Menschen gar nicht erst in Dein Leben gelassen. Ich ergänze die sowieso schon gewagte Theorie um einen weitern Punkt: Nämlich, dass Du Deinem damaligen Ich auch all Dein erlangtes Wissen und Deine Lebensweisheiten vollumfänglich vermitteln könntest. Wäre man noch derselbe Mensch? Würde der in der Vergangenheit besuchte Mensch mehr aus Angst als aus Überzeugung handeln? Braucht es den Schmerz, das Durchleben der Höhen und Tiefen, um nicht nur ein Wissensträger seiner selbst zu sein, der vielleicht ein glückliches Leben hat, aber sonst nur Verstandeswissen - vielleicht mit der Empathie, die das zukünftige Ich ausgelöst hat?

Wenn das "Hätte, Wäre, Wenn" wieder hart anklopft : Würdet, wolltet oder solltet Ihr Euer Vergangenheits-Ich besuchen?
Oder doch lieber in der Gegenwart sein, weil wir sicher wissen, dass nur sie veränderbar ist und sich damit auch die Zukunft noch ändern kann, während die Vergangenheit bereits Geschichte ist und möglicherweise nur dazu dient, Fehler nicht zu wiederholen, oder nicht zu oft? Wie sagt man so schön: "Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden."

Alsbald entlasse ich nun die geneigten Leser, die wahrscheinlich gegenwärtig überlegen, wie sie die Vergangenheit verändern würden, um ihre Zukunft zu beeinflussen. Aber bitte nicht vergessen: Das Hier und Jetzt ist wahrscheinlich das Lebendige, das Steuerbare - das eigentlich Wundervolle.

Vielleicht magst Du ja Deinem Zukunfts-Ich einen Brief aus der Gegenwart schreiben. Etwas Liebes, Schönes oder eine Erinnerung. Vielleicht etwas, das Du nicht vergessen möchtest. Erinnere Dich selbst daran, worauf du stolz bist oder was du später tun willst und am besten machst Du Dir auch gleich selbst Mut oder trittst Dir schriftlich in den Allerwertesten, Dir endlich das Erlebnis zu gönnen. Dann kannst Du in fünf oder zehn Jahren einen Brief aus der Vergangenheit öffnen und selbst lesen, was Du damals gedacht hast. Spannende Frage: Würde man eher auf sein Zukunfts- oder sein Vergangenheits-Ich hören?


Neue Posting-Initiative für die deutsche Community gefällig:

Wer möchte kann gleich seinen Brief posten, den er in die Zukunft schicken will. Wir sammeln die Posts und schauen sie nächstes Jahr an. Der Inhalt könnte auch Hive-bezogen sein und am Schluss steht hoffentlich HODL.


Liebe Grüße

Eure Kvinna


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Bildquelle

Pixabay und Canva

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1 comments
(edited)

Gute Idee, aber mir ist das doch zu privat, um es öffentlich zu teilen :)
Zeit ist ohnehin nur eine Illusion, es gibt sie gar nicht.

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