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RE: Hätte, wäre, wenn - Die Zeitreise zu sich selbst

Das mit dem „sich selbst dort abholen, wo man gerade steht“ finde ich tatsächlich einen der spannendsten Gedanken daran. Vielleicht würde man seinem zukünftigen Ich wirklich eher zuhören als Eltern, Lehrern oder anderen Menschen, weil keine fremde Autorität spricht, sondern man selbst.

Und trotzdem frage ich mich, ob selbst das immer reichen würde.

Viele Menschen wissen ja oft bereits, dass ihnen etwas nicht guttut und gehen den Weg trotzdem weiter. Nicht unbedingt aus Unvernunft, sondern weil Hoffnung, Einsamkeit, Liebe oder Sehnsucht manchmal stärker sind als Erkenntnis. Gerade bei toxischen Beziehungen oder Sucht sieht man das oft sehr deutlich.

Vielleicht liegt genau darin auch etwas sehr Menschliches: Dass Wissen und tatsächliches Verstehen nicht immer gleichzeitig entstehen.

Manche Dinge begreift man erst, wenn man sie emotional durchlebt hat. So schmerzhaft das manchmal auch ist.

Dein letzter Satz gefällt mir deshalb wahrscheinlich am besten. Frieden entsteht vermutlich wirklich eher in der Gegenwart als in endlosen Verhandlungen mit der Vergangenheit.

0.00001881 BEE
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Ich behaupte, dass bei toxischen Beziehungen keine echte Liebe im Spiel ist, auch wenn das Opfer seine Sehnsucht nach dem anderen als solche empfindet. Der toxische Part hat ein Traumaband erzeugt mit unterschiedlichen Methoden. Das geht bis hin zu biochemischen Veränderungen im Gehirn. Es läuft meist so subtil ab, dass es nicht bemerkt wird. Auch nicht vom Umfeld, das sogar von manchen Tätern mit eingebunden wird. Es ist keine Unvernunft, sondern eher Machtlosigkeit und das Wissen, dass das Gegenüber sich falsch verhält währt oft nur kurz bis das Traumaband stärker wirkt. In etwa vergleichbar mit einer Droge. Viele Abhängige wissen, dass es nicht gut ist und dass sie ohne besser dran sind, aber ohne zu sein ist für sie nicht vorstellbar.

Da sind wir dann bei dem selbst, das zurück reist und sich dieses Wissen vermittelt, vollumfänglich, um es zu verstehen. Wie handeln toxische Menschen und wie nahe sollte man sie an sich ran lassen. Das kann man auch in der Gegenwart anwenden und anderen helfen, es zu begreifen. Falls sie es annehmen können, denn man verbiegt damit quasi die Nadel Stück für Stück.

Bei einem Job dürfte das einfacher sein das damalige Ich zu überzeugen, denn da kann man aufdecken, dass z.B. der Chef ein Betrüger ist, der nicht zahlen wird, wenn man finanziell in Vorleistung geht.

0.00003075 BEE