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Ich glaube, dass am Anfang oft echte Gefühle im Spiel waren. Vielleicht nicht immer auf beiden Seiten gleich tief oder gesund, aber für den, der darin steckt, fühlt es sich zunächst oft sehr real an. Gerade deshalb sind toxische Beziehungen wahrscheinlich auch so schwer zu erkennen. Sie beginnen selten offensichtlich zerstörerisch. Häufig entsteht zuerst Nähe, Vertrauen oder das Gefühl, endlich verstanden zu werden. Erst später verschieben sich Grenzen langsam und beinahe unmerklich. Zumindest habe ich es so bei einer Bekannten erlebt, wo es selbst für uns außenstehende lange gedauert hat, bis wir es gesehen haben.
Ich finde den Vergleich mit einer Sucht gar nicht unpassend. Nicht weil Liebe selbst eine Droge wäre, sondern weil emotionale Abhängigkeit irgendwann stärker werden kann als die eigene Klarheit. Und vielleicht zeigt das auch, warum Wissen allein oft nicht genügt. Viele verstehen rational längst, dass ihnen etwas schadet und schaffen den emotionalen Schritt trotzdem nicht sofort. (Kenne ich z.B. aus dem Job. Manchmal muss man jemanden, obwohl es für beide Seiten offensichtlich wurde, durch Kündigung zu seinem Glück helfen.)
Genau deshalb finde ich Deinen Gedanken interessant, dieses Wissen nicht nur oberflächlich zu vermitteln, sondern wirklich verständlich zu machen. Vielleicht könnte man damit tatsächlich manche Wege früher erkennen — sowohl bei Beziehungen als auch bei anderen Entscheidungen im Leben.
Das hast Du sehr gut beschrieben.
Wenn ich mir die Geschichte derer, bei denen ich das mitbekommen habe anschaue, dann lag der psychische Missbrauch schon in der Kindheit. Das Kind musste immer etwas tun, um positive Reaktionen zu bekommen. Aber Liebe kann man sich nicht erarbeiten, dennoch wurde es leider so erlernt. Es ist tief verankert, dass man sich anstrengen muss, um gemocht zu werden. Also ist es wie nach Hause kommen und das auch bei dem neuen Partner zu tun, weil es aus Erfahrung so ist. Anfangs zeigt dieser sich ja auch anders, als er in Wirklichkeit ist. Ein meist perfides subtiles Spiel, dass der Betroffene nur schwer erkennen kann. Es entsteht eine Abhängigkeit, dass die Opfer glauben es nicht zu überleben, wenn er geht und auch das wird wieder genutzt. Im Gegenzug kann es auch passieren, dass derjenige Kandidat abgelehnt wird der echte Liebe zeigt, denn das kennen diese Menschen nicht. Es dürfte sich falsch und erdrückend anfühlen, weil es ja nicht sein kann ohne Bemühung Liebe zu bekommen. Nicht immer nicht alle, aber in meinen Beobachtungen schon.
Gehe ich recht in der Annahme, dass nicht der toxische Mitarbeiter seinen Job verloren hat?